Von Anfang an faszinierten mich Materialien aus der Natur und unserem Alltag. Während dieser neugierigen Entdeckungsreise beobachtete und lernte ich viel über sie, bis ich begann, mich mit Metall und seinen natürlichen Oxidationsprozessen auseinanderzusetzen. Heute ist mir klar, dass es nicht nur um Metall und seine Oxidationen, Eigenschaften und Farben geht, sondern um biologische Prozesse im Allgemeinen. Damit begann eine noch nie endende Entdeckungsreise, die nachhaltige Architektur, die Verwendung biologischer Anbauprodukte und die Idee von Materialien als Teil eines bewussten Kreislaufs umfasst. Ohne meine eigene Verantwortung für diese Welt zu ignorieren, verwandelte ich meine Werkstatt in ein Labor, in dem ich versuche, Skulpturen aus biobasierten, recycelten oder kultivierten Komponenten zu bauen.
Anfang 2021 suchte ich nach einem neuen Textil aus Orangenabfällen. Inspiriert vom ersten Sonnenlicht schwebte mir eine leuchtend orange gestreifte Markise vor, und ich wusste, ich würde viele Orangen und einen großen Platz zum Trocknen des Leders brauchen. Nach ein paar Telefonaten und vielen Radtouren hatte ich Berge von halb ausgepressten Orangen in der Küche. Ich baute Rahmen aus Altholz, die die richtige Größe haben mussten, um in den Ofen einer Bäckerei zu passen und gleichzeitig nach dem Trocknungsprozess als konstruktives Element für die Markise aus orangefarbenem Leder zu dienen. Da war er: Mein „Saftladen“ aus Orangenabfällen, Altmaterialien und ungenutzter Energie.
Während meines Studiums habe ich festgestellt, dass das, was in Architektur und Design bereits ein wichtiges Forschungsthema ist, in der bildenden Kunst noch fehlt (oder nur sehr wenig erforscht ist). Deshalb möchte ich die Kunst für wissenschaftliche und natürliche Entwicklungen sensibilisieren, um mit der Natur als Ganzes zu arbeiten und nicht gegen sie.